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Schwangere darf nicht benachteiligt werden

Die Verlängerung eines befristeten Arbeitsvertrags darf nicht deshalb abgelehnt werden, weil die Arbeitnehmerin ein Kind erwartet. Andernfalls verstößt der Arbeitgeber gegen das Gleichbehandlungsgesetz und muss der Betroffenen den entgangenen Arbeitslohn und zusätzlich Schadenersatz wegen geschlechtsbedingter Benachteiligung zahlen. Das zeigt eine aktuelle Entscheidung des Arbeitsgerichts Mainz (AZ: 3 Ca 1133/08).

Eine Angestellte war auf Grundlage eines befristeten Arbeitsvertrags beschäftigt gewesen. Als Ihr Arbeitgeber erfuhr, dass die junge Frau ein Kind erwartete, verlängerte er ihren ohnehin auslaufenden Arbeitsvertrag nicht. Die Mutter der Frau rief daraufhin in der Firma an und fragte nach der Ursache für die Nichtverlängerung. Als Grund nannte der Arbeitgeber ausdrücklich die Schwangerschaft. Die junge Frau fühlte sich ungerecht behandelt und klagte gegen den Ex-Chef auf Ersatz des entgangenen Arbeitslohns und Schadenersatz wegen geschlechtsbedingter Diskriminierung. Der Arbeitgeber versuchte zwar das Gericht zu überzeugen, dass er den Arbeitsvertrag aus betrieblichen Gründen nicht verlängert habe. Trotzdem stellte sich das Mainzer Arbeitsgericht auf die Seite der Klägerin.

Die Aussage des beklagten Arbeitgebers im Telefongespräch mit der Mutter sei ein ausreichender Anhaltspunkt dafür, dass der Arbeitsvertrag deswegen nicht verlängert worden sei, weil die Klägerin ein Kind erwartete, so das Gericht in seiner Entscheidung. Andernfalls müsse der Arbeitgeber glaubhaft das Gegenteil beweisen. Könne er das nicht, sei davon auszugehen, dass er die Frau tatsächlich wegen der Schwangerschaft nicht weiterbeschäftigen wollte. Weil der Arbeitgeber den Gegenbeweis nicht erbringen konnte, unterstellte ihm das Gericht eine verbotene geschlechtsbedingte Diskriminierung. Die beklagte Firma muss der Frau nun die geforderte Gehaltsnachzahlung leisten, außerdem Schadenersatz wegen Benachteiligung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz.

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