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Kein Reiserücktritt trotz neunstündiger Flugverspätung

Wegen einer mehrstündigen Flugverspätung kann man nicht gleich von einer Pauschalreise zurücktreten. Der durch EU-Recht geregelte Anspruch auf vollständige Kostenerstattung bei mehr als fünfstündiger Verspätung gilt nur für die Flugbuchungen, nicht aber für Pauschalreisen. Das zeigt eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 7. Oktober (Az. X ZR 37/08).

Ein Mann hatte eine zweiwöchige Studienreise nach Island gebucht. Der Hinflug führte von Düsseldorf zunächst nach Amsterdam. Dort wartete der Reisende vergeblich auf seinen für 14:00 Uhr geplanten Anschlussflug nach Reykjavik. Um 20:00 Uhr flog er schließlich entnervt nach Düsseldorf zurück. Vom Reiseveranstalter forderte die Erstattung des Reisepreises. Dabei berief er sich auf die EU-Verordnung Nr. 261/2004, nach der Fluggäste bei Verspätungen ab fünf Stunden gegenüber dem Luftfahrtunternehmen Anspruch auf volle Erstattung der Flugscheinkosten haben. Der Reiseveranstalter zahlte nur die Hälfte der Reisekosten von rund 4.400 Euro zurück. Der Kunde klagte daraufhin auf Erstattung des gesamten Reisepreises. Wie schon die Vorinstanzen wies nun auch der Bundesgerichtshof die Klage zurück.

Weil Pauschalreisen ein ganzes Paket von Leistungen umfassten, komme der Verspätung hier nicht das gleiche Gewicht zu wie bei einer reinen Flugbuchung, so der BGH. Die strenge EU-Vorschrift gelte nur für Luftfahrtunternehmen, nicht für Reiseveranstalter. Bei Rückforderungen gegen Reiseveranstalter sei deutsches Reiserecht anzuwenden - danach besteht aber erst Anspruch auf volle Rückzahlung der Reisekosten, wenn die Reise "erheblich beeinträchtigt" ist. Davon sei bei einer vierzehntägigen Pauschalreise erst auszugehen, wenn sich der Reiseantritt um mehr als ein bis zwei Tage verzögere. Im vorliegenden Fall habe der Reiseveranstalter dem Kunden ausdrücklich einen Anschlussflug für 23:00 Uhr angeboten, dies hätte eine Verzögerung von nur 9 Stunden bedeutet. Das Gericht sah den Kläger durch die bereits erfolgte Rückerstattung des halben Reisepreises ausreichend entschädigt, seine Klage auf volle Rückzahlung aller Kosten durch den Reiseveranstalter wurde endgültig abgewiesen.

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