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Jahresurlaub trotz Erkrankung

Der Urlaubsanspruch eines Arbeitnehmers erlischt auch dann nicht, wenn er den Urlaub gar nicht nehmen kann, weil er durchgehend krank ist. Der Arbeitgeber muss wegen Erkrankung nicht genommenen Jahresurlaub sogar finanziell abgelten – das hat der Europäische Gerichtshof jetzt entschieden (Az. C-350/06, Urteil vom 20.01.2009).

Ein Arbeitnehmer wurde erwerbsunfähig verrentet, nachdem er bereits zwei Jahre lang krank geschrieben war. Weil er während der langen Krankschreibung seinen bezahlten Jahresurlaub nicht nehmen konnte, verlangte er von seinem Arbeitgeber dafür finanzielle Abgeltung in Höhe von rund 14.000 Euro. Der Arbeitgeber zahlte nicht und berief sich auf die ständige Rechtsprechung des Bundesarbeitgerichts, der Urlaubsanspruch des erkrankten Arbeitnehmers sei wegen Krankheit verfallen. Der Rechtsstreit zog sich durch alle Instanzen, der Europäische Gerichtshof gab letztlich dem Arbeitnehmer Recht.

Erkrankte Arbeitnehmer dürften gegenüber Gesunden nicht benachteiligt werden, so der EuGH. Der Anspruch auf bezahlten Urlaub dürfe bei einem ordnungsgemäß krankgeschriebenen Arbeitnehmer nicht davon abhängig sein, ob er tatsächlich gearbeitet hat. Man könne seinen Urlaubsanspruch am Ende des Bezugszeitraums nur verlieren, wenn man tatsächlich die Möglichkeit hatte, die Urlaubstage zu nehmen. Wer während der gesamten Zeit krank sei, könne seinen Urlaub nicht in Anspruch nehmen. Der beklagte Arbeitgeber muss den Urlaub nun bezahlen.

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