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Diabetes-Diagnose sofort beim Reiserücktrittsversicherer melden

Wenn ein Reiseteilnehmer rund fünf Wochen vor Urlaubsantritt an Diabetes erkrankt und stationär behandelt wird, muss man sofort von der Reise zurücktreten und den Reiserücktrittsversicherer umgehend informieren. Man kann sich nicht darauf verlassen, dass der Betroffene rechtzeitig bis zum Reisebeginn wieder genesen wird. Das zeigt eine Entscheidung des Amtsgerichts München (Az. AZ 281 C 8045/07).

Eine Frau hatte für sich selbst und ihren 13jährigen Sohn eine Auslandsreise samt Reiserücktrittsversicherung gebucht. Rund neun Wochen vor Reisebeginn erkrankte der Junge an Diabetes und kam zur medikamentösen Einstellung gleich ins Krankenhaus. Doch erst mehr als einen Monat nach der Diagnose sagte die Mutter den geplanten Urlaub beim Veranstalter ab und verlangte von ihrer Reiserücktrittsversicherung Ersatz der Stornierungsgebühren von 1.722 Euro. Der Versicherer zahlte jedoch nur 492 Euro. Seine Begründung: Wenn die Frau die Reise gleich bei Bekanntwerden der Erkrankung abgesagt hätte, wären Stornierungskosten nur in dieser Höhe angefallen. Die Frau gab an, sie habe mit der rechtzeitigen Genesung ihres Sohnes vor Reisebeginn gerechnet und verklagte den Reiserücktrittsversicherer auf Zahlung der gesamten Stornogebühr. Das Amtsgericht München wies ihre Klage jedoch ab.

Die bloße Hoffnung auf rechtzeitige Genesung sei in einer Reiserücktrittspolice nicht mitversichert, begründete der zuständige Richter seine Entscheidung. Der vom Gericht angehörte behandelnde Arzt des zuckerkranken Jungen habe zwar erst am Tag der Urlaubsstornierung ausdrücklich von der Reise abgeraten. Anders als von der Mutter behauptet hatte er ihr zu Beginn der Behandlung aber nicht zugesagt, dass der Sohn zum Urlaubstermin in jedem Fall wieder reisefähig sei. Dies habe er schon deshalb nicht tun können, weil die medikamentöse Einstellung einer neu auftretenden Diabetes nicht selten Komplikationen mit sich bringe und einige Zeit benötige. Die Frau konnte deshalb nicht sicher davon ausgehen, dass ihr Sohn rechtzeitig genesen würde, so das Gericht. Sie hätte die Reise umgehend nach Diagnosestellung absagen müssen.

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